Lösungstension

 

Jedes Metall besitzt das Bestreben, in wässriger Lösung (homogenes Gemisch), also auch in Wasser (Reinstoff), Ionen zu bilden. Dieses Verhalten wird als Lösungstension oder Lösungsdruck bezeichnet. Es entspricht im Grunde der in der Natur existierenden Tendenz zum Ausgleich: einer hohen Konzentration von Metallteilchen im Metall steht eine geringe oder gar keine Konzentration von Metallteilchen in der Lösung gegenüber.


Für jedes Metall gibt es nun eine charakteristische
Lösungstension: sie hängt ab von der Energie, die bei der Bildung hydratisierter Metallionen gewonnen wird, also von der Differenz zwischen Hydratisierungsenergie und der Gitterenergie.
Das Ausmaß der Ionenbildung hängt auch davon ab, wie groß die Konzentration dieser Ionen bereits ist.
Treten aus der Metalloberfläche Metallionen in die Lösung über, so bleiben Elektronen am Metal zurück, das sich dadurch negativ auflädt. durch die Ionenbildung entsteht an der Grenze zwischen Metall und Lösung ein elektrisches Feld, welches die Bildung weiterer Ionen behindert. Umgekehrt besteht auch die Tendenz, dass Metallkadionen durch das elektrische Feld wieder zum Metall zurückgeführt werden und dort Elektronen aufnehmen. Es bildet sich schließlich ein für jedes Metal charakteristisches dynamisches Gleichgewicht aus, das zur Bildung einer „Doppelschicht“ aus Ionen und Elektronen führt. Infolge der Temperaturbewegung ist die Doppelschicht nicht völlig starr, sonder diffus.
Beispiel:
Daniell-Element

An der Kupferelektrode gehen weit weniger Ionen als an der Zinkelektrode in die Lösung über, so dass auf der Kupferelektrode weniger Elektronen zurückbleiben, d. h. ein geringerer „Elektronendruck“ herrscht. Verbindet man die Elektroden durch einen Draht miteinander, so werden die Elektronen vom Ort höheren Elektronendrucks (Zink) zu Ort niedrigeren Elektronendrucks (Kupfer) verschoben. Auch wenn zwei verschiedene Metalle in Elektrolytlösungen getaucht werden kann man zwischen ihnen eine Spannung messen, da die Metalle gegenüber der Lösung eine Unterschiedliche Lösungstension zeigen.

 

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